Ice13 :POWEREDBY_black-wickelschen:

Erster Akt: SIE

Sie spürte einen weiteren Schwall in sich hochkommen, dabei schloss sie die Augen und ließ die nächsten Sekunden über sich ergehen. In ihren rotblonden lockigen Haaren fingen sich die letzten Reste ihres Essens. Ein wenig Magensäure und zersetzte Tomatensoße tröpfelte von ihrer Unterlippe auf ihre schwarzen Schuhe, im Gemisch mit ihrem Speichel zog es Fäden. In ihrer Speiseröhre spürte sie, wie die Säure anfing das Gewebe von innen zu fressen. Sie spürte schnell, wie die Tränen aus ihren Augen schossen und sich mit dem bunten Gemisch auf den Boden der einsamen Straße vereinten. Bis zu dem nächsten Schwall blieb ihr eine Sekunde zum Luft holen, danach warf sie der Würgereiz wieder nach vorne und sie musste sich mit der rechten Hand in ihrem Erbrochenen abstützen.. Aufgrund ihres Protector-Handschuhs, der über den linken Zeigefinger abgeschnitten war, spürte sie nur dort direkt die Wärme, vom dem was vor wenigen Stunden noch ihre Mahlzeit gewesen war. Ihr Magen krampfte sich noch ein paar mal zusammen, dann ließ das Gefühl nach und sie konnte sich endlich wieder aufrichten und Luft holen. Sie hatte sich wieder unter Kontrolle.

Schnellen Schrittes ging sie weiter die Straße entlang und bog auf den Parkplatz vor der Industrieanlage ein. Dort verstaute sie ihren Rucksack in ihren alten Fiat Panda und stieg ein. Sie gönnte sich mehrere Schlücke Wasser aus der Flasche auf ihren Beifahrersitz und spülte ihren Mund durch. Der kleine Zeiger ihrer analogen Uhr hatte gerade die 1 passiert.

„Gutes Timing“

sagte sie und startete den Motor. Auf der Fahrt achtete sie penibel darauf, dass sie nicht die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritt. Sie hatte eine 5-stündige Fahrt vor sich und öffnete die zweite Dose eines Energiedrinks, die erste hatte sie vor circa zwei Stunden geöffnet. Das Wachbleiben macht ihr nichts aus, sie hatte früher gesamte Nächte unter ihrem Bett verbracht. Nur diesmal war es keine Angst die ihr verbot die Augen zu schließen, sondern ein befriedigendes Gefühl etwas erledigt zu haben.

Es war 06 Uhr morgens, als sie in ihrer Heimatstadt ankam und sie wieder das alte Blockgebäude betrat, dass ihr Vermieter „eine Wohnung“ nannte. Sie hasste es, jedes mal in dieses Loch zurückkommen zu müssen, aber die abgewrackte Gegend hatte einen entscheidenden Vorteil. Hier kannte man sich nicht, hier kannte man nicht mal den Nachbarn mit dem man jahrelang Wohnung an Wohnung lebt und hier waren alle arbeitslos und um 06 Uhr nicht wach. Die Situation der Menschen hätte sie fast sogar traurig gemacht, hätte es ihr nicht soviel genützt.

Sie öffnete die Tür und legte alle ihre Klamotten ab und diese in eine abschließbare Plastikbox. Alle bis auf die schwarzen Handschuhe mit der abgeschnitten Kuppe am Zeigefinger. Ihren länglichen Rucksack legte sie langsam auf die zerschlissene Couch, dass ihr gleichzeitig als Bett diente. Sie wollte es später wegpacken. Nackt und müde trat sie den Weg ins Badezimmer an, wo sie eine ausgiebige Dusche genoss. Also sie sich die Haare wusch und dabei die Augen schloss, war das Gefühl wieder da, dass Gefühl keine Kontrolle zu haben. Das Gefühl ausgeliefert zu sein. Ihr Herz fing automatisch schneller an zu schlagen und obwohl sie instinktiv versuchte die Augen zu schließen, zwang sich diese offen zu halten, für sie war es egal, dass das Shampoo in den Augen brannte. Das Gefühl in ihrem Magen war weg und nachdem sie alles erledigt hatte, zog sie die Rollladen hoch, damit das Licht ihre Wohnung durchströmen konnte und schlief ein.

Die Morgennachrichten bekam sie nicht mehr mit:

„Am späten gestrigen Abend ist eine Familie in Braunschweig auf brutale Art und Weise hingerichtet worden. Der 42-jährige Familienvater und seine 38-jährige Frau wurden mit mehren Schüssen in den Torso und den Kopf aus nächster Nähe erschossen. Die beiden 4 und 6 Jahre alten Kinder des Ehepaares sind in ihren Betten stranguliert aufgefunden worden. Aus bisher unbestätigter Quelle handelt es sich um den Großunternehmer Babeck, der Millionen im In- und Export Geschäft verdient hat. Ebenfalls unbestätigt ist die Meldung, dass wieder eine Rose mit blauen Blüten und einem Zettel mit dem Schriftzug Succubus am Tatort gefunden wurde.

- Wir möchten derzeit weder dementieren noch bestätigen, dass es sich wieder um den Succubus Mörder handelt. Alle Hinweise werden derzeit überprüft und die Sonderkommission „Rose“ wird auch diesen Fall überprüfen. –

So der Leiter der SoKo, Polizeiobermeister Bamberger. Der Succubus Mörder bezieht seinen oder ihren Namen auf den Buhlteufel der jüdischen und christlichen Mythologie, der sich über seine Opfer beugt um Lebensenergie abzuziehen.

- Der Succubus Mörder möchte die Situation nachstellen, vielleicht denkt er sogar, dass er ein Buhlteufel ist, er beugt sich über die Opfer und möchte wenn er diese ermordet, in ihre Augen sehen, dies geht auch dem Autopsieergebnissen eindeutig hervor.-

So Bamberger weiter. Weitere Informationen dazu im Laufe des Tages. "

Fortsetzung folgt…

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